In der Ruhe liegt die Kraft – Final Destination

Juli 14, 2016/Cattle Drive

Nachdem nun einige Zeit vergangen ist, haben wir uns wieder auf den Weg nach Bergkamen gemacht. Diesmal mit dem Ziel die Heckrinder in den Pferch zu bringen und auch die geplante Behandlung durchzuführen. Wie im ersten Bericht schon geschildert, war es unsere Aufgabe mit der Herde zu arbeiten, damit das einpferchen und folglich eine Behandlung wieder möglich gemacht wird. Aus verschiedenen Gründen war es einige Zeit nicht möglich die Tiere in den Pferch zu bekommen, sodass wir gerufen wurden. Nachdem wir zunächst Veränderungen an der Pferchanlage vorgenommen haben und intensiv mit den Tiere gearbeitet haben, waren nun alle Vorbereitungen getroffen eine Behandlung der Tiere durchzuführen.

Die Behandlung der Tiere dient verschiedenen Zwecken. Einmal ist das Entnehmen von Blutproben bei einem Teil einer Rinderherde einmal jährlich gesetzlich vorgeschrieben, damit das Blut auf verschiedene  Krankheiten untersucht werden kann. Weiterhin ist es vorgeschrieben das alle Tiere eines Bestandes gekennzeichnet sind(Ohrmarken). Unabhängig von diesen gesetzlichen Vorschriften ist es für jedes gute Herdenmanagement wichtig die Tiere mindestens einmal Jährlich zu sortieren und gezielt zu sichten. Zudem können bei der Gelegenheit Parasitenbehandlungen durchgeführt werden, Klauen geschnitten werden, es können Tiere kastriert werden usw..

Aus diesem Grund gibt es überhaupt die Notwendigkeit die Tiere in den Pferch zu treiben und zu behandeln.

Wir, Florence Hallier und Harald Fedder vom Cattle Drive Team, sind am Mittwoch Abend angereist und haben erstmal das Camp eingerichtet und besprochen wie wir in den nächsten Tagen vorgehen wollen. Wir haben mit den Pferden auf der Fläche übernachtet. Am Donnerstag Morgen sind wir das erste Mal los geritten und haben die Herde so vorgefunden, wie wir sie beim letzten Mal hinterlassen haben. Die Herde hat einen bevorzugten Platz auf der Fläche, wo man sie findet und mit der Arbeit beginnen kann. Von da aus sind wir gestartet und haben die Herde über die Fläche bewegt. Das hat dieses Mal von Anfang an schön ruhig und flüssig funktioniert. Um die Herde aus der Sicht von gutem Stockmanship arbeitbar zu machen, geht es darum das eine Herde lenk- und treibbar wird. Dazu gehört es auch eine Herde stoppen zu können, eine Herde schneller oder langsamer zu bewegen, die Herde zu teilen, oder einzelne Tiere aussortieren zu können. Für uns war es zusätzlich wichtig die Herde rope broke zu machen, damit wir auch Tiere heraus ropen können um sie zu behandeln. Das wurde schon beim letzten Mal vorbereitet, sodass wir dieses Mal daran anknüpfen konnten um der Herde noch mehr Sicherheit durch Wiederholung zu geben. Es ist von Anfang an das Ziel gewesen die Herde in den Pferch zu bekommen – jedoch wie bei einem Pferd was nicht in den Hänger geht beginnt man zunächst mit grundlegenden Dingen, wenn diese nicht vorhanden sind. So war es nicht unser vorrangiges Ziel die Tiere nur in den Pferch zu bekommen, sondern wir haben unsere Arbeit so aufgebaut, dass die Tiere erstmal verstehen was wir von Ihnen möchten.

Wenn man die Tiere an jede beliebige Stelle auf der Fläche treiben kann, stoppen kann und sortieren kann, wird man sie auch in den Pferch treiben können und auch dort mit Ihnen arbeiten können. Da wir am Donnerstag verschiedene Dinge abgefragt haben und die Tiere immer gut reagiert haben, sind wir am Freitag Morgen los geritten und haben die Tiere Vormittags in den Pferch gebracht. Dadurch das die Tiere den Pferch als unangenehm, bzw. stressig abgespeichert haben war es unser Ziel das die Tiere nicht nur in den Pferch gehen, sondern diesen auch mit neuen Assoziationen verknüpfen. Im besten Fall mit positiven. So haben wir die Rinder einen Moment im Pferch belassen und sie anschließend wieder herauslaufen lassen. Das haben wir Nachmittags wiederholt und den Aufenthalt im Pferch dabei etwas verlängert. Da die Herde gut drauf war haben wir anschließend noch ein paar Kälber mit dem Rope gefangen und ihnen Ohrmarken eingezogen.

Damit sind Donnerstag und Freitag wie geplant gelaufen und wir waren gespannt auf den Samstag. Für Samstag war die Behandlung geplant. Dafür sind Birgit Frohmann, Harrys Frau und Tierärztin des Cattle Drive Teams und Tim Jansen als dritter Reiter dazu gekommen. Nachdem alle angekommen waren und wir einen Schluck Kaffee getrunken haben, sind wir los geritten um die Tiere zu holen. Jetzt sollte sich zeigen ob unsere Vorbereitung ausreichend und auch zielgerichtet bzw. sinnvoll war.

Wir haben die Tiere abgeholt und sie sind im warsten Sinne des Wortes wie am Schnürchen in den Pferch gelaufen. Erste Instanz -Check. Spannend war jetzt ob die Tiere während sie im Pferch warten müssen ruhig bleiben. Bis die Listen an Ort und Stelle sind, das ganze Equipment für die Behandlung aufgebaut ist dauert es einen Moment. Auch hier, die Tiere bleiben sehr ruhig.

Nach und nach wird dann jedes Tier einzeln durch den Behandlungsstand getrieben. So wurden bei allen Tieren Blutproben genommen, Parasitenbehandlung durchgeführt und Ohrmarken ersetzt die verloren gegangen sind.

Alle Beteiligten waren froh das diese Arbeit so geklappt hat und die Herde nun wieder einen kompletten Status hat. Wir haben erst mal die Pferde versorgt und etwas gegessen. Nach einer Pause sind wir abschließend noch einmal zu der Herde geritten, haben sie etwas bewegt und  nochmal geroped. Die Herde soll wissen das die Pferde nicht nur kommen, wenn konkret etwas ansteht. Es war ein schöner Abschluss eines sehr interessanten Projektes. Wir werden sicher wieder kommen und weiter mit den Tieren arbeiten, damit eine gewisse Routine und Sicherheit entsteht.

Fazit: Für ein gutes Stockhandling ist es wichtig zu verstehen, wie die Tiere ihre Umwelt wahrnehmen. Wie sie hören, sehen und fühlen. Das ist der Ausgangspunkt um einen Ansatz mit Ihnen zu arbeiten zu entwickeln. Es gibt in den USA und sicher auch in anderen Ländern Vorreiter was solches Wissen anbelangt.

sind einige hiervon.

In Deutschland gibt es noch sehr viel Potenzial das Wissen um die Arbeit mit Rinderherden zu erweitern. Wenn man ein guter Roper werden möchte und nach der Anfangszeit am Dummy irgendwann an die Rindern kommt, ist es wichtig auch etwas über die Tiere  und ihr Verhalten zu wissen. Vielen Dank an das Cattle Drive Team für die Möglichkeit mit dabei zu sein. Vielen Dank an das Ranch Roping Team für die Unterstützung.

Fortsetzung folgt:-)

Author: Florence Hallier
Foto: Tim Jansen & Harald Fedder

Comments (1)

  • Buckaroo Harry / Juli 17, 2016 / Antworten

    Hallo Flo , hallo Cattle-Drive-Team, wunderschöne Seite, toller Bericht über die Arbeit mit Rindern. „In der Ruhe liegt die Kraft“…..das ist es, dann läuft vieles leichter. Lieben Gruß vom Buckaroo-Harry

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